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Geigenmacherdenkmal

 



Geigenbauwerkstatt

   

Tradition
Die 350-jährige Tradition des Musikinstrumentenbaus prägt das Image und die Historie der Musikstadt Markneukirchen. Als in der Mitte des 17. Jahrhunderts böhmische Glaubensflüchtlinge – unter ihnen auch Geigenmacher aus Graslitz (heute Kraslice) – in das Obere Vogtland kamen, ahnten sie nicht, welche Folgen ihre Suche nach einer neuen Heimat haben sollte, denn aus ihren Wurzeln hat sich Markneukirchen zu einem Zentrum des Musikinstrumentenbaus entwickelt.

Ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der Musikstadt war das Jahr 1677. Es gilt als die Geburtsstunde des vogtländischen Musikinstrumentenbaus. Damals erhielten 12 "ehrbare und kunstreiche" Geigenmacher aus Markneukirchen für ihre Innungsartikel die amtliche Bestätigung. Die erste deutsche Geigenmacherinnung war besiegelt. Heute ist sie die älteste bestehende Geigenmacherinnung Deutschlands. An diese 12 Urahnen aus Böhmen erinnert das Geigenmacherdenkmal am Musikinstrumentenmuseum. Es wurde zum Wahrzeichen der Stadt.

Mit der Entwicklung des Streich - und Zupfinstrumentenbaus bildete sich Anfang des 18. Jahrhunderts der Zweig der Saitenmacher heraus. 1777 gründeten sie eine eigene Innung, ebenfalls die erste in Deutschland.

Nach 1850 erlangte die gesamte vogtländische Musikinstrumentenherstellung weltweite Bedeutung. Die Fertigkeiten des Pfeifenmachens (Holzblasinstrumentenbau) und der Waldhornherstellung wurden bald beherrscht. Bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, also zur Zeit Mozarts, konnte man in Markneukirchen sämtliche Orchesterinstrumente kaufen. Auch wurden alle Zubehörteile wie Saiten, Etuis, Bögen usw. in der Stadt gefertigt. Ein starker Handel mit Musikinstrumenten setzte ein. Die Stadt wurde zum Zentrum des deutschen Orchesterinstrumentenbaus und ein Begriff in der Musikwelt.

Auch alle anderen Bestandteile und notwendiges Zubehör für die in der Musikregion des Vogtlandes gebauten Instrumente werden nach wie vor im Raum Markneukirchen hergestellt. Takt- und Trommelstöcke, Musikspielwaren, klassische und moderne Percussionsinstrumente sowie die Herstellung des Orff'schen Instrumentariums ergänzen das Profil.

Die über 300jährigen Erfahrungen vogtländischer Handwerks- und Meisterbetriebe werden im Musikwinkel nicht nur fortgeführt, sondern stetig weiterentwickelt. Der Erfahrungsschatz der Alten, das handwerkliche Geschick der Väter und die Umsetzung der Hörgewohnheiten ganzer Generationen lassen das Instrument aus dem Musikwinkel zu einem qualitätsvollen Kleinod werden.

Wenn Sie Markneukirchen besuchen, ist es ein besonderes Erlebnis, einen Musikinstrumentenbauer in seiner Werkstatt kennen zu lernen und ihm bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen. Eine kurze telefonische Anmeldung ist günstig.